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Die Zukunft ist regional!

Stellen Sie sich vor, Ihr Leben ist so richtig klasse. Sie fühlen sich wohl, Sie genießen Ihre Tage in vollen Zügen, Sie haben gute Laune und fühlen sich voller Energie. Sie könnten Bäume ausreißen und Luftsprünge machen. Geben Sie’s zu: Wenn Sie sich das überhaupt vorstellen konnten, dann haben Sie jetzt vermutlich an einen schönen Urlaub gedacht, vielleicht eine längere Auszeit, aber sicher nicht an ihre tägliche Routine. Doch auch unser Alltag könnte in zehn bis zwanzig Jahren so schön sein – wenn wir regionaler denken und leben!

Zugegeben: Lebensqualität und Regionalität klingen jetzt nicht wie eineiige Geschwister. Was hat das lokale regionale Leben bitte mit einem guten Lebensstandard und Zufriedenheit zu tun? Obendrein dröhnt uns aus allen Lautsprechern entgegen „Der Globalismus ist die Zukunft. Wir müssen global denken“ und Medien und Politiker bläuen uns ein, dass dieses Mantra eine unumgängliche Prophezeihung wäre. Aber schieben wir all dies einmal beiseite und fangen von vorn an.

Wo leben Sie? – Hier. Wann leben Sie? – Jetzt. Wir alle leben rein praktisch gesehen im Hier und Jetzt. Warum aber verhalten und denken wir den lieben langen Tag in der Vergangenheit, der Zukunft und insbesondere in der Weltgeschichte herum? – Ich antworte Ihnen jetzt nicht wie ein Selbsthilfe-Artikel in einer Illustrierten, der Ihnen zunächst einredet, das sei alles Ihre Schuld, um Ihnen dann eine kommerzielle Lösung anzubieten. Die Antwort ist: Wir müssen und oftmals werden wir auch verführt, uns eben nicht im Hier und Jetzt, sondern irgendwann und irgendwo in der Weltgeschichte aufzuhalten. Doch ist das gesund? – Aktuelle Studien zeigen, dass Soziale Medien bzw. konkreter der Zugang zu Bildern und Videos aus aller Welt von Millionen von fremden Nutzern zu schwerwiegenden Depressionen führt, die insbesondere junge Menschen viel unglücklicher macht als ihre Altergenossen vor 20 Jahren ohne (a)soziale Medien. Gleichzeitig verlangen viel mehr Berufe als früher ständige Bildschirmarbeit und Beschäftigung mit Daten und Kunden aus aller Welt. Eine Entwurzelung findet statt.

Global oder regional?

Aber muss das wirklich so sein? – Ist die Zukunft global wie uns globale Konzerne, globale Herrschaftsinstitutionen und ihre Hausmedien verkünden? – Oder ist das in Wirklichkeit nur eine Behauptung aus Eigennutz und die Zukunft ist in Wirklichkeit regional? – Schauen wir uns die Argumente im Einzelnen an:

  1. „Die Welt wächst immer weiter zusammen. Daher müssen wir global denken“. Dies ist einerseits faktisch falsch, denn schon vor tausenden Jahren gab es weltumspannenden Imperien, die immer wieder an ihrer Größe scheiterten. Gleichzeitig sehen wir außerdem durch die Covid-Situation und durch die gerade einsetzende weltweite Rezession, dass Firmen sich aus China zurückziehen – dem Vorzeigeland für Globalisierung – und erneut zu Hause in ihren Heimatländern produzieren. In guten Zeiten wird in anderen Ländern experimentiert, in schlechten Zeiten kommt man zurück in die Heimat.
  2. „Die Technologie bringt uns immer näher zusammen und erzwingt, dass wir global handeln“. Dies ist ebenso faktisch falsch. Technologie erfüllt immer einen Zweck. Obendrein kann jedes Werkzeug auf verschiedene Weisen genutzt werden. Werfen wir einen kurzen Blick auf die Technologie des 3D-Drucks. Jeder Mensch kann mithilfe eines Computers und eines Drucks im Gesamtwert von 1000 Euro Wunder vollbringen und jede Form, die er sich ausdenkt (bis zu einer bestimmten Größe) – einfach in die Welt zaubern. Das geht in harter Plaste, flexiblem Kunststoff, Keramik-Kompositen und sogar in Metall (Achtung teurer). Es gibt sogar schon eine Firma, die Raketen 3d-druckt! Einige dieser Technologien sind bereits ausgereift, andere experimenteller. Aber welches Beispiel ist besser geeignet, um zu zeigen, dass die neue Technologie uns regionaler macht und eben nicht globaler?
  3. „Die Menschen sind kriegerisch. Nur global können wir Frieden garantieren“. Ein weiser Spruch bemerkt „gute Zäune machen gute Nachbarn“. Sicher, wenn der Nachbar genauso ein toller Hecht ist wie wir, dann braucht der Friede weder Mauern noch Grundstücksgrenzen. Doch wenn der Nachbar ein Arsch ist, dann ist die Chance groß, dass er uns auch als Nervensäge empfindet. Was dieses Beispiel zeigen soll: Es ist gut, nicht auf andere angewiesen zu sein. Denn im Streit wird genau diese Abhängigkeit den Konflikt noch vergrößern. Wer aber die Tür im Zaun zum Nachbarn einfach zuschließen kann, wenn es Streit gibt und nichts vom Nachbarn braucht, der sitzt häufig den Zoff einfach aus und erwischt den Nachbarn nach einem Jahr wieder in guter Laune.

Diese kleinen Beispiele sollen verdeutlichen: Die Zukunft ist nicht global, die Zukunft ist so, wie wir sie gestalten. Sicher, Eliten und Herrscher-Cliquen wollen globale Macht nicht wieder hergeben, wenn sie sie einmal ergriffen haben, doch dieses Problem wird sich wie immer in der Geschichte durch den Volkswillen in den Ländern auflösen. Und wo führt die Zukunft hin? – In den Globalismus? – Ein System, was ausbeutet und Menschen hilflos und abhängig macht. – Oder in den Regionalismus? – Ein System, was die Eigenen nährt.

Wie könnte mein Leben aussehen?

Warum sind wir im Urlaub so entspannt? – Ist es die Sonne, sind es die bequemen Liegestühle? – Nein, wenn wir genau darüber nachdenken, könnten wir das auch zu Hause haben. Der tatsächliche Unterschied: Die Sorgen sind ganz weit weg. Wir lesen keine Zeitung, wir müssen nicht arbeiten, Politik kann uns egal sein, genauso wie Promi-Gewäsch. Wir sind im Hier und Jetzt. Genau das bewirkt auch der Regionalismus: Leben im Hier und Jetzt. Der Unterschied: Das haben wir in einer regionalen Welt jeden Tag!

Zeitung und Weltgeschehen können Sie natürlich in einer regionalen Welt immernoch verfolgen – wenn Sie sich die Laune verderben wollen. Es werden immer mehr schlechte als gute Nachrichten gedruckt. Warum? – Weil diese die Aufmerksamkeit besser locken. Weshalb dann nicht wenigstens regionale Nachrichten lesen? – Verfolgen Sie Probleme, zu deren Lösung Sie tatsächlich beisteuern können.

Die Bundespolitik spielt in Ihren Leben nur noch eine untergeordnete Rolle: Je regionaler desto wichtiger eine Verwaltung. Die Bundesregierung kann Ihrem Bundesland keine harten Maßnahmen aufdrängen, das können Ihr Land oder Ihre Stadt alles abwenden. Europa-Politik oder globale Politik sind zu Schuhputzer degradiert oder durch Räte ersetzt, die maximal einmal im Jahr tagen und eher als Feiern zur Völkerverständigung verstanden werden können.

Ihre Arbeit beschränkt sich auf 25 Stunden in der Woche. Die globale Konkurrenz ist stark reduziert, jedes Land kümmert sich um sich selbst. Außerdem kann der Staat die Bürger nicht mehr mit Schulden belasten, sodass sowohl die Steuerlast sinkt als auch die allgemeinen Lebenskosten.

Sie haben mehr Zeit für sich, mehr Zeit für Ihre Familie, mehr Zeit für Ihre Stadt und für Ihre direkten Mitmenschen. Das Ehrenamt blüht wieder auf, Vereinsleben, Sport und Kunst. Mehr Zeit, mehr Leben, mehr Lebensqualität.

Regional – wenn wir es wollen

Natürlich wird es ein Tauziehen um die Zukunft geben. Global Kräfte wollen die Welt weiter ins globale Paradigma entführen. Doch die Menschen wollen Regionalität (was Reisen aber nicht ausschließt), sie wollen dort leben und arbeiten, wo sie wohnen, ankommen, sich einbringen und möglichst von der Politik in Ruhe gelassen werden. Genau das bietet der Regionalismus. Alle Macht der Region: Lokal denken, lokal handeln und Freundschaft zwischen den Regionen und Völkern. Die Technologie macht’s möglich und der Wunsch nach echter Lebensqualität entfacht sich in immer größere Menschengruppen.

Die Zukunft ist regional – wenn wir es wollen!


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