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Hagen Grell ist nicht mehr als Journalist tätig .

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Abschied Hagen Grell Journalist Aktivist Bürgerrechtler
Allgemein

Ende meiner journalistischen Laufbahn

Ich habe aufgehört, als Journalist zu arbeiten. Schleichend seit 2020 und schlussendlich im Herbst 2021 habe ich komplett aufgehört. Da ich ab und zu noch erkannt und gefragt werde, was ich denn zur Zeit mache, will ich mit diesem Artikel einen kurzen Überblick bieten und einen Schlussstrich ziehen. Danke für die vielen Jahre der Unterstützung!

Ich bin Informatiker. Seit 2005 bin bereits als Webentwickler selbstständig. 2006 bis 2009 studierte ich Medieninformatik an der HTWK Leipzig und schloss mit B.Sc. ab.

Schon berufsbedingt war ich immer sehr Internet-affin. Und so führte mich mein politisches Interesse 2011 zu YouTube, wo ich in meiner Freizeit einen Kanal eröffnete. Mein Interesse war die Suche nach Wahrheit. Und mein Wunsch war, meine Recherche mit Zuschauern zu teilen.

2014 wurde ich von den Montagsmahnwachen mitgerissen – buchstäblich, als ich über den Augustusplatz in Leipzig spazierte und dort die erste Kundgebung sah. Die Redner waren mutig und idealistisch, es war ein Gefühl von Aufbruch: Frieden, Solidarität, soziale Verantwortung. Schon 2014 setzten sie sich für Frieden in der Ukraine ein – 8 Jahre bevor dieses Problem nun tief ins öffentliche Bewusstsein rückte.

Über mehrere Zufälle – genau genommen Personalausfälle im Mahnwachenteam – stolperte ich zunächst in die Moderationsrolle und dann ins Organisationsteam. Ich weiß nicht mehr genau wie lange, aber ich begleitete die Montagsmahnwachen Woche für Woche als Hobby neben meiner Arbeit bestimmt ein Jahr lang.

Darauf folgte ein Dreivierteljahr als nebenberuflicher Studiomoderator beim Internet-TV-Sender NuoViso. Im Anschluss konzentrierte ich mich 2015 auf meinen eigenen YouTube-Kanal und recherchierte dort in meiner Freizeit aktuelle Nachrichten und Geschichten, die im täglichen Nachrichtengeschäft in der Regel unter den Teppich fallen.

Mein Selbstverständnis dieser Arbeit war und ist: Investigativer Journalist. Mein politisches Selbstverständnis: bürgerlich. Doch ich sollte schnell merken, dass Journalisten zwangsläufig in den politischen Meinungskampf geraten, der mit harten Bandagen geführt wird und der sich nicht darum schert, ob man mitspielen möchte oder nicht.

Angriffe kamen, aber auch der Erfolg. Woche für Woche lieferte ich 2-3 Videos. Und mein Publikum wuchs. Der Hunger nach dieser Art von authentischer, unabhängiger Berichterstattung war groß und wurde von den Mainstream-Medien offensichtlich nicht mehr ausreichend gedeckt. Im Lichte rapide schwindender Verkaufs- und Abozahlen hatten sie scheinbar den Kontakt zum normalen Menschen immer mehr verloren. Und so erreichte ich bis zum Ende meiner journalistischen Laufbahn mit über 600 Videos knapp 100.000 Abonnenten auf YouTube, BitChute, Odysee und Telegram und über 40 Millionen Aufrufe.

Ich hoffe, ich habe die Welt – mit der soliden Aufklärung, investigativem Journalismus, meinem Kampf für Bürger- und Freiheitsrechte und meinem Aufruf zum zivilen Dialog – ein Stück besser gemacht.

Im Zuge von Corona 2020 wurde mir allerdings klar, dass es an der Zeit war aufzuhören. Der zivile Dialog wich verbalen Grabenkämpfen, die öffentliche Auseinandersetzung mit wichtigen Themen war nicht mehr möglich. Neue Medienmacher traten auf den Plan, die das wahlweise laute oder spitzfindige Maneuvrieren in den Meinungsgräben besser beherrschten. Ich war gewohnt, 2011 bis 2020 „frei Schnauze“ denken und reden zu können, was nun nicht mehr möglich war.

Und so entschied ich mich im Herbst 2021 letztendlich, das Feld Anderen zu überlassen, die in diesem schwierigen Meinungsklima zurechtkommen. Ich konzentriere mich wieder exklusiv auf meine Tätigkeit als Informatiker und auf meine wichtige Rolle als Familienvater.

Ich wünsche dem Land eine Rückkehr zu einer gesunden Normalität mit einem regen, ehrlichen, verständnisvollen öffentlichen Dialog. Alles Gute!

Ihr Hagen Grell